feuerwehr-zellhausen

Einsatzabteilung Zellhausen

Stadt:
Mainhausen

Stadtteil:
Zellhausen

Gründungsdatum:
1. Januar 1932

Einsatz- und Gefahrenschwerpunkte:
Wälder; Leder- und Elektrofirmen; Schuhauslieferungslager

Personalstärke:
Feuerwehrverein: 581
Einsatzabteilung: 42
Jugendfeuerwehr: 22
Kinderfeuerwehr: 0

Fahrzeuge: 
MTF, ELW1, DLK 18-12, LF 8, LF 20/16, FWA


Aus alten Urkunden ist ersichtlich, dass die jungen Ortsbürger im Jahre 1852 Feuereimer oder „Feuereimergeld“ zum Erwerb ihres Ortsbürgernutzens leisten mussten. Im alten Ortskern wurden zwischen der Hauptstraße und der Obergasse Pfade angelegt, die speziell für die Wassereimerketten von der Gänsbach aus dienten. Im Jahre 1883 stellte die Aachener und Münchener Versicherung eine Handdruckspritze zur Verfügung. Die erste Saug- und Druckpumpe kaufte die Gemeinde 30 Jahre später. Mit diesen Geräten wurde der Brandschutz bis 1932 von Pflichtfeuerwehrmännern durchgeführt.

Da die Ausbildung der Pflichtfeuerwehr sehr schwierig und mangelhaft war, berief der Kommandant dieser Organisation eine Versammlung zur Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr ein. Während dieser Versammlung am 26. Mai 1932 wurde die Freiwillige Feuerwehr Zellhausen von 36 Männern gegründet. Zum Kommandanten wählten sie den bisherigen Leiter der Pflichtfeuerwehr Gottfried Simon.

Wehr hat Feuertaufe bestanden
Schon am Ende dieses Jahres erhöhte ein Schlauchwagen von der Freiwilligen Feuerwehr Neu-Isenburg die Schlagkraft der Zellhausener Wehr. Ihre Feuertaufe bestanden die Wehrmänner, als sie im Laufe einer angeordneten Nachtalarmübung zu einem Realfall, einem Scheunenbrand, gerufen wurden.

Auf Veranlassung der Gemeindeverwaltung wurde im Jahre 1934 eine bisher als Unterstellmöglichkeit genutzte Scheune abgerissen und an gleicher Stelle ein Feuerwehrhause errichtet, das am 21. Mai 1935 eingeweiht wurde. Durch das Ableben des bisherigen Kommandanten ernannten die Wehrmänner im Juli 1937 Adam Lorenz Winter zum Nachfolger. Da fast alle aktiven Feuerwehrmänner einberufen wurden, wechselte im Laufe des Krieges noch zwei Mal der Ortsbrandmeister.

Wehrmänner lehnten Uniform ab
Während der Nachkriegswirren brach die US-Armee im März 1945 das Gerätehaus auf und nahm alles brauchbare Material mit. Auch die wenigen vom Krieg zurückgekehrten Feuerwehrmitglieder hatten „von der Uniform die Nase voll“ und konnten nicht mehr aktiviert werden. Deshalb wurde der Gemeindevertreter Adam Becker beauftragt, als Ortsbrandmeister den Brandschutz mit Vierzehn- bis Siebzehnjährigen zu übernehmen. Gemeinsam arbeiteten sie die noch vorhandenen Tragkraftspritzen auf und besorgten Schlauchmaterial vom ehemaligen Flugplatz. 1949 kauften sie einen gebrauchten Anhänger, den die jungen Pflichtfeuerwehrmänner zum Tragkraftspritzenanhänger umbauten. Diese Verpflichteten entschlossen sich noch im gleichen Jahr, die Freiwillige Feuerwehr mit 16 Mann weiterzuführen, mussten allerdings noch Pflichtfeuerwehrleute hinzuziehen.

Im Jahre 1950 wurde ein alter Lieferwagen gekauft und in Eigenhilfe zum ersten Mannschaftswagen umgebaut. Im Laufe dieser Zeit konnten „durch gute Führung und besten Kameradschaftsgeist“, wie der Chronist zu berichten weiß, weitere Mitglieder gewonnen werden und die Vereinstätigkeit nahm einen regen Aufschwung.

Bedingt durch die Struktur der Gemeinde hatten nur wenige Feuerwehrmänner Gelegenheit, im Ort selbst ihrer Arbeit nachzugehen. So war es weiterhin notwendig, eine Löschgruppe mit Pflichtfeuerwehrmännern bereitzuhalten, die tagsüber den Brandschutz gewährleistete. Das brachte den späteren Bürgermeister und Kommandanten Hans Funkert auf die Idee, eine sogenannte Schülerfeuerwehr zu gründen. Diesem Vorschlag wurde in der Vorstandssitzung am 18. November 1952 zugestimmt und damit die erste Jugendfeuerwehr Hessens und auch eine der ersten in der Bundesrepublik ins Leben gerufen.

Rege Vereinstätigkeit
Die folgenden Jahre zeichneten sich durch rege Vereinstätigkeit – alle 10 Jahre würdigte man das Gründungsfest – und eine weitere Verbesserung der technischen Ausstattung aus. Wie ein roter Faden zieht sich die Eigenhilfe der Wehrmänner durch die Chronik. Sie legten immer mit Hand an oder steuerten Geld bei, wenn die Gemeinde größere Anschaffungen zu tätigen hatte. Ebenso war es bei der Errichtung eines Unterrichtsraumes in den Jahren 1960/61 in Eigenhilfe

In der Zeit von 1958 bis 1966 war Hans Funkert Kommandant, sein Nachfolger wurde Anfang 1967 Eginbert Hartig. In seine Amtszeit fällt der Bau eines neuen Feuerwehrhauses, das Anfang 1972 bezogen werden konnte.

Im Jahr 1974 konnte dann ein Löschgruppenfahrzeug LF 16 beschafft und eine funkgesteuerte Sirene installiert werden. Noch im selben Jahr wurde  Hans Joachim Funkert für seine Verdienste um den Aufbau der Kreisjugendfeuerwehr die Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr verliehen.

Einen Höhepunkt in der Geschichte des Feuerwehrvereins stellten die Feierlichkeiten zum 25jährigen Jubiläum der Jugendfeuerwehr im Jahre 1977 dar.

Ebenfalls im Jahr 1977 kam es wieder zu einer großen Veränderung in der Struktur der Feuerwehr. Durch die neue Gebietsreform wurden die eigenständigen Orte Mainflingen und Zellhausen zusammengelegt und finden sich noch heute als Gemeinde Mainhausen wieder. Dies machte es notwendig schon ein Jahr später erstmals einen gemeinsamen Ortsbrandmeister zu wählen. Hier wurde Eginbert Hartig zum ersten Ortsbrandmeister Mainhausens gewählt.

Im Jahre 1979 konnte ein neuer MTF für die Wehr beschafft werden, dieser wurde durch Vereinszuschüsse und Spenden durch Gewerbetreibende finanziert.

Als Ersatzbeschaffung für den LF 8 aus dem Jahre 1956 konnte zum Kreisfeuerwehrtag, welcher 1982 in Zellhausen stattfand, ein neuer LF 8 in Dienst gestellt werden.

Bereits im Jahr 1985 platzte das Feuerwehrhaus an der Rheinstraße aus allen Nähten, sodass  ein kleiner Anbau, in dem sanitäre Anlagen, Teeküche und ein Büro untergebracht waren, notwendig wurde. Ebenfalls  im Jahr 1985 wurden die ersten Funkalarmempfänger angeschafft, welche von nun an eine stille Alarmierung gewährleisteten.

Ein Jahr später wurden die ersten drei weiblichen Einsatzkräfte in der Wehr aufgenommen.

Im Mai 1988 war der TSF mit TS 8 nicht mehr einsatzfähig, deshalb wurde Ende 1988 von der Gemeinde ein Mercedes 210-Transporter gekauft und am 06.01.1989 von Bürgermeister Dieter Gröning der Wehr als MTF übergeben. Das vorherige MTF war schon vor einiger Zeit zum ELW umfunktioniert worden.

Vom 28.-31. Mai 1992 wurde das 60jährige Bestehen des Vereins und das 40jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr gefeiert. Aufgrund des 40jährigen Bestehens der Jugendwehr wurde auch der 28. Kreisjugendfeuerwehrtag von uns ausgerichtet.

1993 wurde für die alte DL 18 eine neue DLK 18/12 CC von der Gemeinde angeschafft.

Nachdem der bisherige ELW VW-Bus nicht mehr einsatzfähig war, wurde 1996 der bisherige MTF in Eigenleistung zum neuen ELW umgebaut und ein neuer MTF angeschafft.

Nach der Jahrtausendwende standen schon im Jahr 2002 wieder große Feierlichkeiten an. So feierte die älteste Jugendfeuerwehr Hessens ihren bereits 50. Geburtstag.  Aus diesem Grund wurde der Kreisjugendfeuerwehrtag in Zellhausen ausgerichtet.

Noch im gleichen Jahr konnte im Spätherbst das neue LF 16/12 in den Dienst der Feuerwehr gestellt werden.

Im Jahr 2004 wurde durch den Feuerwehrverein und Sponsoren eine Wärmebildkamera angeschafft, welche den Einsatzkräften Ihre Arbeit erleichtert und mehr Sicherheit bietet.

Das Jahr 2007 sollte dann viele erfreuliche Nachrichten für die Floriansjünger bringen. Zunächst wurde im Frühjahr der neue Einsatzleitwagen beschafft und im Herbst wurde der Bau einer neuen Feuerwache durch die Gemeindevertretung beschlossen.

Ende des Jahres 2008 wurde es dann nach erfolgreicher Planung ernst mit dem Neubau der Feuerwache. So zogen die Kameraden aus der alten Feuerwache in ein Hallenzelt auf dem Festplatz, welches als Übergangswache diente,  um. Für die Umkleiden und die Einsatzzentrale wurden Räumlichkeiten im Bürgerhaus nebenan genutzt. Die Werkstätten fanden in einem kleinen Containerdorf Unterschlupf.

Im Januar des neuen Jahres begann dann der Abriss des alten Feuerwehrgerätehauses und bereits im April konnte der Grundstein für die neue Wache gelegt werden.

Die Arbeiten schritten sehr zügig voran und zwischen den Jahren konnten schon die Fahrzeuge in der neuen Unterkunft parken.

Am 27. März 2010 wurde das neue Gebäude offiziell eingeweiht und der Wehr übergeben.