feuerwehr-ober-roden

Einsatzabteilung Ober-Roden

Stadt:
Rödermark

Stadtteil:
Ober-Roden

Gründungsdatum:
01. Juli 1899

Einsatz- und Gefahrenschwerpunkte:
Hotelanlagen; Landwirtschaftliche Anwesen; Aussiedlerhof mit Grosstallungen; holz-, chemie- und kunststoffverarbeitende Industrie; Waldgebiet mit beengten Zufahrten; Speditionslager; Hochhäuser; Bundes- und Landesstraßen; Bahnhof

Personalstärke:
Feuerwehrverein:
Einsatzabteilung:
Jugendfeuerwehr:
Kinderfeuerwehr:

Fahrzeuge:
ELW 2, KdoW, MTF, TLF 20/25, TLF 24/50, HTLF 20/20, GM/TM 32, HLF, GW-G, GW-AS, GW-L, SW2000, WLF, Boot, GW-Mess, AB, FWA


Geschichtlicher Überblick
Nachdem lange Zeit eine Pflichtfeuerwehr die Aufgaben des Brandschutzes wahrgenommen hatte, gründeten 21 Männer im Jahre 1899 die Freiwillige Feuerwehr Ober-Roden. Die damalige alte Schule, das heutige alte Rathaus, diente als Unterkunft für Geräte. Dazu zählten eine kleine Druckspritze, eine fahrbare Leiter sowie eine pferdegezogene Saug- und Druckspritze und ein Hydrantenkarren.

Zum 25jährigen Jubiläum wurde die erste motorbetriebene Pumpe erworben. Bei mehreren Haus- und Scheunenbränden musste sich die Feuerwehr bewähren.

Großbrände wüteten während des 2. Weltkrieges in mehreren Straßenzügen. Als sich in den Jahren 1948 und 1949 mehrere junge Männer freiwillig um die Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr bewarben, schien es wieder aufwärts zu gehen. Im Jahre 1960 standen schließlich vier Fahrzeuge zur Verfügung. Vier Jahre später wurde der Grundstein für ein neues Feuerwehrhaus in der Trinkbrunnenstraße gelegt. Dieses half mit, die Wehr immer auf dem modernsten Stand zu halten.

Die Zahl der Einsätze stieg von Jahr zu Jahr an. 50 Einsätze jährlich wurden bald überschritten, wobei es sich nach statistischen Feststellungen um 30% Löscharbeiten und 70% Hilfeleistungen handelte. Heute müssen von der Freiwilligen Feuerwehr Ober-Roden im Jahresdurchschnitt 200 bis 250 Einsätze geleistet werden.

1968 wurde in Ober-Roden der erste hauptamtliche Feuerwehrmann des Kreises Dieburg eingestellt. Durch die Pflege des Schlauchmaterials und der Atemschutzgeräte bekam die Feuerwehr Ober-Roden überörtliche Bedeutung. Um den Nachwuchs zu sichern, gründeten die Verantwortlichen 1966 eine Jugendfeuerwehr.

Ausbau zur Stützpunktfeuerwehr
In den Jahren 1975 bis 1977 wurde die Freiwillige Feuerwehr Ober-Roden zur Stützpunktfeuerwehr ausgebaut. Sie verfügt über eine  umfangreiche Fahrzeug- und Geräteausstattung, mit der den Bürgerinnen und Bürgern bei nahezu allen Notsituationen eine qualifizierte Hilfe geleistet werden kann.

Zur Koordinierung der Brandschutzangelegenheiten der Gesamtfeuerwehr Rödermark und zur Abwicklung kleinerer Einsätze sowie für die Wartung der Geräte und Fahrzeuge stehen für den täglichen hausinternen Dienstbetrieb derzeit vier  hauptberufliche Feuerwehrmänner zu Verfügung.

Um den Anforderungen eines zukunftsorientierten Brandschutzes gerecht werden zu können und wegen der Neugestaltung der Innenstadt im Stadtteil Ober-Roden wurde die Stützpunktfeuerwehr Ober-Roden in den Bereich Rödermarkring/Kapellenstraße verlegt. Die Arbeiten zum Neubau der Stützpunktfeuerwache wurden am 1. Juli 1993 begonnen. Die Inbetriebnahme der neuen Feuerwache erfolgte im Sommer 1995. 

Freiwillige Feuerwehr Ober-Roden heute
Die 84 Mitglieder der Einsatzabteilung und die derzeit 40 Mitglieder der Jugendfeuerwehr treffen sich wöchentlich donnerstags zur Ausbildung in der Feuerwache. Weiterführende Ausbildungen in den  Fachgruppen der Einsatzabteilung -  wie z.B. Fernmeldetechnik, Umweltmesstechnik, Gefahrgut/Strahlenschutz  – finden nach Absprache zusätzlich statt.   

Mit der Inbetriebnahme der neuen Räumlichkeiten werden vom Kreisfeuerwehrverband Offenbach in der Feuerwache Ober-Roden jährlich Atemschutzgeräteträgerlehrgänge und Sprechfunklehrgänge durchgeführt. Die im Keller eingebaute kreiseigene Atemschutzübungsstrecke wird hierzu von den Feuerwehren des Kreises Offenbach pro Jahr von ca. 800 Atemschutzgeräteträgern  genutzt, wobei die Betreuung der Übungsstrecke bzw. der übenden Feuerwehren von einer 20 Personen umfassenden Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Ober-Roden erfolgt. Die Belegung der Atemschutzübungsstrecke erfolgt in den Monaten Februar bis Ende April und von September bis Ende November täglich von 19:00 Uhr bis ca. 21:30 Uhr.  

Der Einsatzleitwagen ELW 2 des Kreises Offenbach wurde 1996 bei der Freiwilligen Feuerwehr Ober-Roden stationiert und wird auf Anforderung zusammen mit der Gruppe Einsatzdokumentation der Freiwilligen Feuerwehr Neu-Isenburg  kreisweit eingesetzt.  Die fachliche Betreuung des Fahrzeuges wird von einer gesonderten Fachgruppe der Ober-Rodener Feuerwehr wahrgenommen.  

Im Jahr 2005 beschaffte der Kreis Offenbach einen Betreuungsbus und stationierte diesen in der Feuerwache Ober-Roden. In dem Fahrzeug werden bei besonderen Schadenslagen evakuierte Personen untergebracht und betreut. Die Personenbetreuung erfolgt durch Mitglieder der  Hilfsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter Unfallhilfe oder Malteser Hilfsdienst. 

Um der wirtschaftlichen und personellen Entwicklung Rechnung zu tragen, wurde 2006 ein Wechselbehälterfahrzeug mit verschiedenen Abrollbehältern in Dienst gestellt, mit dem – je nach Schadenslage – verschiedene Feuerwehraufbauten transportiert werden können. In Abstimmung mit dem Kreis Offenbach und im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit mit den Feuerwehren Neu-Isenburg und Mühlheim am Main stehen bei der Freiwilligen Feuerwehr Ober-Roden derzeit drei Abrollbehälter für unterschiedliche Einsatzzwecke zur Verfügung. Um unnötige Doppelbeschaffungen von Abrollbehältern zu vermeiden, erfolgt eine enge Abstimmung der genannten Feuerwehren untereinander.   

Im Jahr 2010 wurde vom Katastrophenschutz des Landes Hessen bei der Freiwilligen Feuerwehr Ober-Roden ein Umweltmessfahrzeug stationiert. Zur Auswertung durch den Kreis Offenbach werden von  einer gesonderten Fachgruppe  in Abstimmung mit den Freiwilligen Feuerwehren  Neu-Isenburg und Klein-Krotzenburg in regelmäßigen Zeitabständen kreisweit Gewässer-, Luft- und Bodenproben genommen. Darüber hinaus ist die Freiwillige Feuerwehr Ober-Roden mit diesem Messfahrzeug in das Umweltmesskonzept Südhessen integriert. In dem Messkonzept Südhessen  arbeiten verschiedene öffentliche Feuerwehren und Werkfeuerwehren  des südhessischen Bereiches bei besonderen Schadenslagen interkommunal zusammen.  

Die bedarfsorientierte,  interkommunale Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Feuerwehren im Kreis Offenbach und mit dem Kreisbrandinspektor des Kreises Offenbach  bestimmt gegenwärtig und   künftig das Handeln der Verantwortlichen der Freiwilligen Feuerwehren Ober-Roden, um den Bürgerinnen und Bürgern in Rödermark und im Kreis Offenbach auch in Zukunft eine qualitativ hochwertige Hilfe anbieten zu können.